WC-Anlagen Augarten
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Ein dringendes Bedürfnis, schamvoll verborgen: Öffentliche Toiletten sind ein essenzieller, aber tabubehafteter Teil der urbanen Infrastruktur. In Art und Ort ihrer Benutzung spiegeln sich die Aspekte Hygiene, Sicherheit, Gender und kulturelle Unterschiede. Öffentliche WC-Anlagen spielen wichtige Rollen für unterschiedliche Gruppen – Obdachlose, Ältere, Kinder. Ihre architektonische Qualität wird meist dem Bedürfnis nach Robustheit und Vandalensicherheit nachgereiht. Die Frage, ob sie kostenfrei zugänglich sein sollen, ist ein Politikum. Im internationalen Vergleich gilt Wien bisher nicht als Best-Practice-Beispiel, was Anzahl und Gestaltung öffentlicher WC’s angeht.
Die 2025 eröffneten WC-Anlagen im Augarten hatten all diese Themen zu behandeln, und das an einem besonderen Ort, als sensible Implantate in einer barocken Gartenanlage. Das Team aus Zottlbuda Architekten und Daniel Kerbler setzte sie als drei keramikweiße, geometrisch komplexe Pavillons ins Grün. Unansehnliche Rückseiten und potenzielle Angsträume wurden vermieden – zweifellos Wiens schönste WC’s.
Im Anschluss an die Besichtigung findet in der Schankwirtschaft im Augarten eine Gesprächsrunde über Toiletten als urbane Infrastruktur statt.
Mit:
Susanne Zottl, Architektin, führt gemeinsam mit dem Grafiker und Fotografen Mario Buda das Büro Zottlbuda in Wien und lehrt an der Universität Innsbruck
Daniel Kerbler, freier Architekt in Wien
Eva Kail, Expertin für frauengerechtes Planen und Bauen und Gender Mainstreming, leitete von 1998 bis 2024 die Leitstelle Alltags- und Frauengerechtes Planen und Bauen bei der Stadt Wien
Peter Payer, Stadtforscher in Wien, publizierte 2001 „Unentbehrliche Requisiten der Großstadt. Eine Kulturgeschichte der öffentlichen Bedürfnisanstalten von Wien“ (angefragt)
Moderation: Maik Novotny, Amila Širbegović / ÖGFA
