Geschichten von der Balkan-Route
Filme, Lesungen, DiskussionDer berüchtigte „Autoput“ verband in den 60er-80er Jahren die alte und neue Heimat für die Gastarbeiter*innen. Auch heute sind auf diesen Straßen Arbeitsmigrant*innen unterwegs, während sie als „Balkanroute“ politisch instrumentalisiert wird. Im Juni begab sich die ÖGFA in Kooperation mit dem HDA auf eine Bus-Exkursion von Wien über Graz zur österreichisch-slowenischen Grenze.
Wir laden im Herbst zu einer erweiterten „Roadmovie-Nachlese“ in Wien mit einer Dokumentation der Reise in Film, Bild und Text und einem erweiterten Diskursraum aus internationalen Positionen. Der Kurzfilm „Sila Yo - Der Ferientransit in die Türkei und die Geschichten der Autobahn“, der im Zuge der gleichnamigen Publikation und Ausstellung (Kooperation von bi'bak/Berlin, DOMiD/Köln und DEPO/Istanbul, 2016) entstand, wird gezeigt; die Autor*innen Malve Lippmann und Can Sungu sind anwesend. In einem nachfolgenden Podiumsgespräch werden Erfahrungen von Transiträumen. Grenzerfahrungen und Heimatbegriffen diskutiert.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jubiläums „60 Jahre Anwerbeabkommen mit dem ehemaligen Jugoslawien“ und des Festivals „Die Verhältnisse zum Tanzen bringen“ in Zusammenarbeit mit dem Dynamic Memory Lab – „listening | re:member | re:act“ statt. Kooperationspartner*innen sind LINE IN, FLUCC, D—Arts, die Initiative Erinnern in Zukunft der Brunnenpassage und das CPPD Berlin.
Organisation / Moderation: Maik Novotny / ÖGFA, Michael Podgorac / Kurator und Filmemacher, Amila Širbegović / ÖGFA, Anne Wiederhold-Daryanavard / Brunnenpassage.
Mit: Malve Lippmann und Can Sungu (Berlin), Petar Rosandić/Kid Pex (SOS Balkanroute, Wien), Andrea Seidling (Filmemacherin, Wien), u.a.
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Malve Lippmann studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitet als freie Bühnen- und Kostümbildnerin im Bereich Oper, Performance und Schauspiel. Co-Regisseurin des Films „„Sila Yolu - Der Ferientransit in die Türkei und die Geschichten der Autobahn“ (2016, 25 min) gemeinsam mit Can Sungu.
Can Sungu ist Kurator, Forscher und Autor. Er ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter von bi'bak und SİNEMA TRANSTOPIA in Berlin, wo er Filmprogramme zu Migration, Gesellschaft und Erinnerung kuratierte, darunter das internationale Symposium Cinema of Commoning, 2022. Er hat als Programmmacher und Jurymitglied für mehrere Filmfestivals wie das Berlinale Forum oder die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gearbeitet und mehrere Bücher veröffentlicht, darunter PLEASE REWIND—German-Turkish Film and Video Culture in Berlin (2020).
Petar Rosandić/Kid Pex geboren in Zagreb, ist HipHop-Musiker in Wien und seit 2021 Obmann der Initiative SOS Balkanroute, die Hilfe für Geflüchtete organisiert.
Andrea Seidling ist Architektin, Kuratorin und Filmessayistin,lebt und arbeitet in Wien. Seit 2007 Produktion von Fernsehbeiträgen für Akku, Magazin für Architektur und Stadt, 2008-2012 Kuratorin im Architekturzentrum Wien, Ausstellung „Platz da!“ European Urban Public Space; Konzept und Redaktion von Publikationen des Az W (Hintergrund, Best of Austria). Photographie, Videoessays und performative Kunstaktionen als Mitglied des Kuserutzky-Klans zu Themen der Verweigerung, Selbstermächtigung und Urbane Commons. Zuletzt erschien der Filmessay „Donaufeld bodenlos“ (2026).
Mikal Maldoror (Michael Podgorac) ist ein in Wien lebender Künstler, Filmemacher, Produzent, Herausgeber und Kurator. Seine Arbeit beschäftigt sich mit (Trans-)Migration, pluralem Erinnern, marginalisierten Gemeinschaften und urbanen Transformationsräumen. Er arbeitet als Projektkoordinator in der Brunnenpassage sowie Co-Leiter und Co-Kurator ihrer Initiative Erinnern in Zukunft. Zu seinen Arbeiten zählen die Anthologie AUZINE – Vienna’s Underground Fanzine (2021), der Langspielfilm Permanently Temporary (2023), die Publikationen Erinnern in Zukunft – Aufrufe für plurales Erinnernund Bunker 16 – Geschichte(n) (beide 2025), die Kurzfilmreihe Breathing Spaces sowie Memory in Motions – listening | re:member | re:act. Er arbeitet unter anderem mit dem HKW im Rahmen des heimaten-Netzwerks zusammen und ist Mitglied von LINE IN, dieRegisseur*innen, Gewächshaus, CPPD und D—Arts.
Anne Wiederhold-Daryanavard ist Schauspielerin, Organisationspsychologin und Co-Künstlerische Leiterin der Brunnenpassage sowie Mitgründerin der Initiative Erinnern in Zukunft. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Formatentwicklung transkultureller Kunst, im Bereich der sozial engagierten Kunst, Diversitätsentwicklung in der Kulturpolitik sowie im experimentellen und dokumentarischen Theater. Sie arbeitet als Jurorin sowie in Gremien als Expertin für Diversität im Kulturbetrieb.
