Jahresschwerpunkte

Hinter den Bildern

ÖGFA_Schwerpunkt 2016

Die Architektur wird heute in zahlreichen Fällen über das Bild und die Photographie erfahren. Es handelt sich daher sehr oft um eine medial vermittelte Erfahrung, die zu einer festen Bedeutung kristallisiert, ohne aber das Bauwerk je real wahrgenommen zu haben. Um diese Rhetorik des Bildes zu verstehen und auch zu transzendieren – also den Blick hinter die Bilder zu wagen – ist es notwendig, einige zentrale Kategorien der Architektur zu analysieren, die wir in die drei Bereiche Erfahrung, Sinn und Wissen (1), Ethik (2) und Bedeutung (3) gegliedert haben.

Fünfzig Jahre Diskurs

ÖGFA_Schwerpunkt 2015

Die gebaute Umwelt geht uns alle an, und Fragen des Bauens und der Architektur brauchen eine kritische Öffentlichkeit. Diese Diagnose führte 1965 zur Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. 50 Jahre später hat sie nichts an Dringlichkeit verloren. In ihrem Jubiläumsprogramm blickt die ÖGFA 2015 gleichermaßen zurück wie nach vorne.

Radovan Nikšić, Ninoslav Kučan, Petar Kušan, Volkshochschule Zagreb (1955-1961)

Anlassfall Nachkriegsmoderne

ÖGFA_Schwerpunkt Herbst 2014

Die Fälle von Abbrüchen oder gravierenden Beeinträchtigungen von Bauten der Nachkriegszeit häufen sich. Eine bauliche Schicht dieser Stadt steht auf der Abschussliste: Dringender Sanierungsbedarf, technische Obsoleszenz, mangelndes Verständnis seitens der Eigentümer- oder Nutzerschaft, Funktionsänderungen und nicht zuletzt Renditeinteressen sind für manche Motiv genug, den Wert dieser Bauten in Frage zu stellen. Nach wie vor mangelt es trotz Lippenbekenntnissen an Bewusstsein und Wissen bei den Entscheidungsträgern, was die Bedeutung und die Potentiale des baulichen Erbes der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anlangt.

13_Vo_Czech

Magie der Form

ÖGFA_Schwerpunkt 2012/2013

Durch architektonische Aktivitäten Forschung und Entdeckung werden neue Kräfte und Aspekte der Natur im Rahmen eines kulturellen Prozesses enthüllt und die Möglichkeiten der Dinge sowie der menschlichen und sozialen Situation bestimmt. Es handelt sich dabei um einen strukturierten Prozess, im Zuge dessen die ArchitektIn einen Stoff, gleich ob Energie, Ton, oder einen Satz von Symbolen heranzieht und so formt, dass neue Wege ihrer Arbeit und ihres Funktionierens entdeckt werden können. Im idealen Falle kommt es zur Magie der Form. Die Form ist nicht künstlich, sondern beruht auf der Untersuchung und dem Verständnis der Natur des Stoffes. Wobei Stoff hier als (Bau)Material zu verstehen ist und auch Symbole einschließt, die durch die Synthese der ArchitektIn zur Form gebracht werden.

14_Vortrag_Das Baurecht

Das Geschäft mit der Stadt

ÖGFA_Schwerpunkt 2013/2014

In Städten werden nicht nur Produkte hergestellt und gehandelt, auch die Stadt selbst ist ein Produkt. Sie ist ein Produkt, das zunächst für Qualitäten einstehen muss, die seinen Bewohnern langfristig zugute kommen. Für ihre Flächen, Gebäude und Infrastrukturen ist andererseits ein hohes Wertschöpfungspotential konstitutiv, was Fragen nach der Verteilung von privatem Profit und öffentlichem Gewinn, nach Konflikten zwischen den Ansprüchen der Bewohner und der Verwertungslogik von Kapitalinteressen aufwirft.

Wien im Umbruch?

ÖGFA_Schwerpunkt 2012

Neue Trends im Wohn- und Städtebau. Die Qualität der Stadt. Urbanität zwischen Kultur, Selbstorganisation und Planung

STALKER - Primaveraromana; Walking for a U Turn. Common design practices for social change

Solidarität

ÖGFA_Schwerpunkt 2011

"Social space is produced and structured by conflicts. With this recognition, a democratic spatial politics begins." (Rosalyn Deutsche) "... Der Begriff [Solidarität] macht nur... [...] dort Sinn, wo man sich solidarisch erklärt mit anderen, die nicht ohnehin Teil derselben Gemeinschaft sind. Wäre dies der Fall, handelte es sich nicht um Solidarität, sondern um bloße Interessenspolitik einer Gruppe zu eigenen Gunsten... Solidarisch kann ich nur mit jemandem sein, dessen Position sich von meiner unterscheidet.“ (Oliver Marchart)

Status Quo Vadis

ÖGFA_Schwerpunkt 2009/2010

Das neue Schwerpunktprogramm versucht, Architektur gleichzeitig als spezifisches Feld und als Symptom zu sehen: als Symptom für breitere Entwicklungen im Feld der Kreativ- und Wissensberufe. Es geht um eine Prognose, basierend auf der Analyse aktueller Entwicklungen, und um ein Programm, also Vorschläge für bestimmte Entwicklungsrichtungen, die jetzt noch nicht scharf oder eindeutig erkennbar sind. Wer strukturiert das Feld der Architektur? In ihrem Schwerpunktprogramm möchte die ÖGFA Blicke von außen wie von innen auf dieses Feld werfen. Thematisch gliedert sich der Schwerpunkt in vier Blöcke: Den Anfang machen Erkundungen zum Thema Neue Produktionsweisen – Planungsmethodik und Arbeitsprozesse in der Architektur: heute und historisch. Im Herbst 2009 folgt eine Auseinandersetzung mit dem weiten Feld Neue Aufgaben – Planen im Bestand, Planen im Klimawandel, Planer. Im Frühjahr 2010 wollen wir die Beziehungen zwischen PlanerInnen und NutzerInnen mit Neue Änderungen im Verhältnis zwischen Produktion und Rezeption erkunden, und im Herbst 2010 werfen wir mit Mediale Repräsentation in der Architektur einen Blick hinter publizistische Strategien.

Links von Wien  Zwischenstadt 2

Links von Wien

ÖGFA_Schwerpunkt 2007/2009

Im Mai 2007 startete der neue ÖGFA-Themenschwerpunkt Links von Wien. Planung in der Stadtlandschaft, in dessen Rahmen zentrale Fragen zur aktuellen Entwicklung der gestalteten Umwelt außerhalb der historischen Stadt diskutiert werden. Die dringende Notwendigkeit der Debatte unterstreichen nicht nur aktuelle demografische Daten, die Wien ein Bevölkerungswachstum auf rund 2 Millionen bis 2035 prophezeien, sondern auch die zunehmende öffentliche Thematisierung von Problemen rund um die Stadtentwicklungsgebiete der nächsten Jahrzehnte. Mit Links von Wien setzt sich die ÖGFA intensiv mit planerischen und somit politischen Fragen der besiedelten Gebiete außerhalb der historischen Kernstadt auseinander. Dabei soll es einerseits um grundsätzliche theoretische und praktische Zugänge gehen, die weitgehend ortsunabhängig sind, es sollen aber auch beispielhafte Konkretisierungen für Wien und sein Umland gemacht werden. Zusätzlich ist der Blick auf interessante und vorbildhafte internationale Modelle geplant.

Transparenz

ÖGFA_Schwerpunkt 2005/2006

Transparenz ist zu einem Schlagwort geworden, das für eine angestrebte Offenheit und Lesbarkeit von Institutionen, Konzernen in der Außendarstellung eingesetzt wird wie auch als moralische Forderung in Bezug auf politisches und ökonomisches Handeln einzelner Akteure. In der Architektur ist Transparenz seit der frühen Moderne ein beinahe ungebrochen positiv besetztes Thema, das für Fortschritt, Hygiene, Helligkeit und auch für ein Bekenntnis steht, „nichts zu verbergen zu haben“. Speziell in Wien feierte Transparenz etwa mit dem verstärkten Bürohochausbau eine Rennaisance. Mit dem Eindringen von Medientechnologien in das Haus und mit der zunehmenden Virtualisierung von Kommunikationsprozessen aber wird diese zur Schau gestellte Transparenz mehr und mehr zu einem Bild, zu einer Inzenierung. Zu einer Inszenierung, in der es immer um die Frage der spezifischen Blickregime geht, um die Frage, was für wen sichtbar sein soll und was sich aber auch der Sichtbarkeit entzieht. Welchen Interessen hinter diesen Inszenierungen von Offenheit stehen und welchen historischen Verschiebungen die Ideologie der Transparenz unterworfen war, soll im Jahresprogramm 2006/2007 der ÖGFA behandelt werden. Kuratiert wird das Program von Christian Teckert, Andreas Rumpfhuber und Iris Meder.

Utopien des Alltäglichen

ÖGFA_Schwerpunkt 2004/2005

Zu den Schlagworten "Fundstücke", "Zeichen", "Mitsprache", "Lebensreform", "Stadt" und "Erweiterung des Architekturbegriffs" gibt es verschiedene Veranstaltungsformen – Vorträge, Diskussionen und Bauvisiten –, die sowohl den historischen Diskurs als auch die aktuelle Relevanz der Themen behandeln.

Architektur & Politik

ÖGFA_Schwerpunkt 2003

Als Programmschwerpunkt für die kommenden Semester wählte die ÖGFA das virulente, aber oft einseitig interpretierte Thema "Architektur und Politik": Im Sommersemester wird dabei eine historische, bis in die Gegenwart reichende Betrachtung im Vordergrund stehen. Zusammenhänge zwischen Architektur und Politik bestehen auf vielen Ebenen. Zuerst drängt sich der Repräsentationsbau ins Blickfeld, der Macht symbolisch widerspiegelt; dabei handelt es sich notwendig um einzigartige Bauten, die aus der städtischen Masse herausragen. Der alltägliche Bau ist dennoch nicht unpolitisch: Die Konfiguration seiner Räume und jene der Siedlung bilden den Rahmen für Bewegungs- und Kommunikationsmuster und wirken insofern gesellschaftspolitisch.